Es ist 1990, Freitag nachmittags, und etwas, das absolut sinnlos aussah, lief auf meinem 286 — bunte Kacheln fallen von einem Förderband herunter, man fängt sie und stapelt sie in Reihen. Fünf Minuten später war ich bis abends weg vom Computer.

Klax ist ein Arcade-Puzzle-Spiel von Atari, ursprünglich 1989 in Arcade-Automaten, ein Jahr später auf PC und mehrere andere Plattformen portiert. Das Prinzip ist brutal einfach: farbige Kacheln kommen ein Förderband herunter, man fängt sie in einem Behälter und wirft sie dann ins Gitter darunter. Das Ziel ist, Reihen — horizontal, vertikal oder diagonal — von drei oder mehr gleichfarbigen Kacheln zu bilden. Eine Reihe formt sich, verschwindet, man bekommt Punkte. Der Behälter füllt sich oder Kacheln fallen über die Kante, und man ist fertig.
Die Steuerung sind drei Knöpfe, das kann jeder in dreißig Sekunden bedienen. Aber die Tiefe kommt allmählich: höhere Schwierigkeit bringt Geschwindigkeit und mehr Farben, der Behälter füllt sich schneller als man reagieren kann, und plötzlich muss man zwei Züge voraus denken. Das Spiel zwingt dich subtil zur Planung. Es geht nicht nur darum, wo eine Kachel platziert wird, sondern wann man sie hält und wann man sie wirft. Diagonale Combos sind dann rein befriedigend auf die gleiche Weise wie wenn ein langes Stück in Tetris perfekt in die Lücke fällt.

Was Klax brachte, war eine Kombination aus Reflexen und Denken zu einer Zeit, als die meisten Arcade-Spiele das eine oder das andere wollten. Grafisch war es nie etwas Besonderes — vier Farben, flache Quadrate, keine nennenswerte Animation. Die Sounds auf dem PC-Lautsprecher waren was sie waren. Aber das störte das Spiel damals nicht und stört es jetzt nicht. Die Einfachheit hier ist absichtlich und funktional. Was wirklich schlecht gealtert ist, ist die Abwesenheit eines Save-Systems oder einer Progression — jeder Start ist von vorne und die Motivation zum Weiterspielen hängt rein von dir und deinem Score ab.

Heute passt Klax zu jedem, der Lust auf eine fünfzehnminütige Puzzle-Session ohne Tutorials, Cutscenes und Battle Passes hat. Falls du es in den Neunzigern nicht gespielt hast, schuldest du dem Spiel keine Nostalgie — das Spiel steht unabhängig vom Alter für sich selbst. Du kannst es instant im Browser spielen, keine Installation, kein DOSBox. Perfekt für eine Pause, gefährlich für eine Arbeitspause.