Jahr 1993, Sierra On-Line. Dieser Name bedeutete damals eines: Abenteuer, die dich töteten, dich zum Start zurückschickten und dich fragen ließen, warum du es überhaupt noch versuchst. Aber Peppers Adventures in Time ist ein anderes Kaliber — kein düsterer Thriller, keine Space Opera, sondern ein Lern-Abenteuer für Kinder mit Zeitreisen, das irgendwie noch spielbar blieb, selbst wenn du über zehn warst und es dir zu peinlich war, das zuzugeben.

Die Hauptfigur Pepper ist ein neugieriges Mädchen mit einem Hund und einer notorisch niedlichen Unfähigkeit, etwas in Ruhe zu lassen. Ihr Pit Bull mit Augenbrauen wie Groucho Marx ist genau die Art von Detail, die Sierra in den neunzigern liebte — absurd, doch irgendwie funktioniert es. Die Geschichte wirft sie beide ins koloniale Amerika, wo irgendein Spinner die Geschichte durcheinander gebracht hat, sodass sich die Dinge nicht so entwickeln, wie sie sollten. Pepper muss den Schaden beheben. Und nebenbei ein wenig über Benjamin Franklin und das Leben in Pennsylvania in dieser Ära lernen. Sierra hat es so verpackt, dass die Bildung auf den ersten Blick nicht offensichtlich war.
Die Steuerung ist klassisches Sierra Point-and-Click von der Zeit, als das Studio von der Kommandozeile zur reinen Mausschnittstelle überging. Die Welt ist in Bildschirme unterteilt, du kannst auf Objekte und Charaktere klicken, Dialoge enthüllen sowohl Geschichte als auch historische Details. Das Spiel verdreht keine Augen und dramatisiert nicht jede Information — Fakten entstehen einfach aus dem, womit sich Pepper auseinandersetzt. Die Schwierigkeit ist für jüngere Spieler ausgerichtet, sodass Hardcore-Abenteurer nicht leiden, aber auch nicht triumphieren werden.

Was hält das Spiel auch heute noch am Laufen? Hauptsächlich, dass Sierra es nicht als reines Lernwerkzeug machte, sondern als echtes Abenteuer mit Szenario und Charakteren. Pepper ist keine fades Vorlage — sie hat Persönlichkeit, und der Hund ist mehr als nur Kulisse. Die Grafik im EGA/VGA-Stil ist anständig gealtert — Farben sind gesättigt, Umgebungen sind lesbar. Die Stimme und Animation in der Intro knarren ein wenig, aber 1993 war das über Standard. Was wirklich schlecht gealtert ist, ist das Tempo — einige Bewegungssequenzen und wiederholte Dialoge schleppen sich auf eine Weise, die für heutige Spieler nicht charmant wirken wird.

Wer wird das Spiel heute genießen? Hauptsächlich diejenigen mit Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren, die ihnen zeigen wollen, dass es Computerspiele vor Fortnite gab. Und dann sind da die Nostalgiker, die auf Sierra aufgewachsen sind und sehen wollen, wie das Studio ein Genre ohne Blut und Mysterien handhabte. Peppers Adventures läuft fehlerlos im Browser über DOSBox-Emulation, und eine Stunde damit vergeht überraschend schnell — besonders wenn dich die amerikanische Kolonialgeschichte zumindest ein wenig interessiert.