Sommer 1991, glühende Hitze, Jalousien heruntergefahren, und ich hämmere auf die Tasten eines 286 ein, um den Ball über das Netz zurückzuschlagen. Tennis-Spiele waren damals ein seltsames Genre — entweder man glaubte an die Court-Bewegung, oder man schaute einfach zu, wie farbige Quadrate über den Bildschirm wanderten. Great Courts 2 von Blue Byte gehörte zu dieser ersten Gruppe.

Es ist ein Tennis-Spiel aus dem Jahr 1991, erhältlich auf DOS, Amiga und Atari ST, unter anderem. Blue Byte, noch vor seinem strategischen Ruhm mit The Settlers, versuchte, einen soliden Sports-Simulator zu schaffen. Keine Story, keine Campaign im modernen Sinne — du betrittst den Court, spielst Tennis, gewinnst oder verlierst.
Die Perspektive ist Third-Person, mit der Kamera, die den Court von hinten verfolgt — eine klassische Sicht, die auch heute noch zu Tennis-Spielen passt. Die Steuerung war für damalige Verhältnisse angemessen präzise — den richtigen Zeitpunkt für deinen Schlag zu wählen war wichtig, man konnte nicht einfach wild auf den Button hauen und hoffen. Die Ball-Physik war nicht perfekt, aber sie ergaben Sinn. Was mich damals störte und mich heute noch stört: Der Computer-Gegner war verdächtig konstant, was in der Programmiersprache bedeutet: „Er mogelt."

Die Grafik war für 1991 und DOS wirklich solide. Die Courts sahen aus wie Courts, die Spieler bewegten sich glatt genug, um das Auge zu täuschen. Blue Byte hat hier deutlich mehr Aufwand betrieben als beim ersten Teil, und das sieht man. Die Sounds — nun ja, SoundBlaster lieferte, was es konnte. Das Pingeln des Balls und das Spritzgeräusch eines Sturzes sind Dinge, die niemand mit Zuneigung aus Tennis-Spielen dieser Ära in Erinnerung behalten hat.

Great Courts 2 ist kein Spiel, das seinen Namen in Gold in die Annalen seines Genres eintrug. Aber 1991 auf DOS gab es nicht viele bessere Optionen, wenn man Tennis ohne zu viel Arcade-Geschmack wollte. Heute kannst du es in deinem Browser via DOSBox-Emulatoren spielen, ohne etwas zu installieren. Es wird Fans von Retro-Sports und jene ansprechen, die sich erinnern, als man anständige Spiele ohne ein 30er-Team machen konnte. Erwarte nicht die Tiefe moderner Simulatoren — aber zwanzig Minuten auf dem Court vergehen wie im Flug.