Stell dir vor, jemand nimmt ein Wintersportresort und gibt dir einen Joystick in die Hand. Nicht wie Winter Olympics, wo wenigstens die Disziplinen variieren. Hier bekommst du nur ein paar Variationen desselben Themas: springen, irgendwohin kommen, etwas werfen. Winter Challenge von 1991 ist genau diese Art von Spiel — mehrere Minigames aneinandergereiht ohne jeden Punkt, den du zehn Minuten später noch im Gedächtnis behältst.

Es ist eine Sportsammlung, die sich auf Winteraktivitäten konzentriert. In der Realität bedeutet das, dass du einfache Aktionen wiederholst: bergab skifahren, von einer Rampe springen, Biathlon mit Schießen. Jede Disziplin dauert ein paar Minuten, eine Stoppuhr und Zahlen bestimmen den Gewinner. Das Spiel läuft unter DOS, die Auflösung ist niedrig, die Animationen sehen aus, als würden sie mit einer Angelrute gezogen. Die Steuerung ist unkompliziert — Richtung, Timing, vielleicht ein Action-Button. Hier ist nichts Kompliziertes, was auch das Hauptproblem ist.
Das Spielen wird zu einem langweiligen Ritual. Du verlässt die Startlinie, versuchst, eine Linie zu halten oder ein Ziel zu treffen, siehst Pixel, die sich wie ein Skifahrer bewegen sollen, und wartest, bis es vorbei ist. Kein Widerstand, keine interessante Physik, nichts Unerwartetes vom Spiel. Einfache Spiele können Spaß machen, wenn sie knifflig sind oder wenn man langsam süchtig nach ihnen wird. Das hat keins von beiden. Die Grafik ist nicht so schlecht wie ein Schulprojekt, aber es ist DOS von 1991 — nichts, das dich überraschen würde.

Winter Challenge gehört eigentlich in die Kategorie von Spielen, die freitagnachmittags in Büros auf Computern gespielt wurden. Niemand kaufte es mit Freude. Es war auf Sammlungen, in Bundles, als Teil eines Pakets, das du kostenlos mit etwas anderem bekamst. Brachte es etwas? Nicht wirklich. Es war bereits veraltet, als es erschien — müde Konzepte ohne einen Hauch von Inspiration. Von selbst hinterließ es in den Neunzigern keine Spuren.

Heute ist es eine Kuriosität. Wenn du es jetzt in einem Browser über DOSBox-Emulator spielst, siehst du, was am Rande eines kaum existierenden Spiels vor sich ging. Es braucht fünf Minuten und du hast genug. Wenn dich Langeweile, die in der Patina der Zeit geschmiedet wurde, anzieht, oder wenn du nach Belegen dafür suchst, wie Spiele für Spieler ohne Ideen gemacht wurden, dann hast du sie hier. Für alle anderen ist es eher eine archäologische Übung als Spaß.