Das orangefarbene Flackern auf dem Röhrenmonitor, die Arcade-Münzen aus dem Spielhallenautomaten sparen sich jetzt — Alien Syndrome sitzt endlich auf meiner Festplatte. Die Sega-Portierung von 1989 bringt den Top-Down-Shooter aus der Mitte der Achtziger ins Wohnzimmer, und ja, das Ding war damals in den Spielhallen eine Gelddruckmaschine.

Ihr steht auf einem Raumschiff voller Aliens und müsst raus. Das ist im Grunde alles. Die Idee ist simpel wie effektiv: mehrere Decks durchforsten, Aliens ballern, Geisel befreien, zum nächsten Level. Das Spiel schert sich nicht um Story oder Aufwertungen. Es geht um Rhythmus — laufen, schießen, überleben, neuladen.
Die PC-Version behält die Arcade-Logik, bricht sie aber nicht. Ihr rennt durch labyrinthische Gänge, die Aliens kommen von überall, und eure Munition geht immer genau dann aus, wenn es eng wird. Das Schussystem ist träge, die Bewegung klobig, und das ist beabsichtigt — es zwingt euch, Abstand zu halten und Ecken zu nutzen. Wer von der Arcade-Version kommt, wird das Tempo erkannt haben. Wer es nicht kennt, wird es als unbeholfen empfinden. Es ist beides wahr.

Die DOS-Version zeigt ihre Jahre deutlich. Die Grafik ist pixelig, die Steuerung mit Joystick konzipiert und nur widerwillig an die Tastatur angepasst. Der Sound aus dem PC-Lautsprecher pfeift und quäkt. Für Arcade-Nostalgiker ist das Teil des Charmes, für alle anderen ein Grund, sich das Original in einem Spielhallenmuseum anzuschauen — wenn es denn noch irgendwo existiert.

Heute lohnt sich Alien Syndrome als historisches Dokument, nicht als Spiel für durchschnittliche Spieler. Es zeigt, wie eine Arcade-Konvertierung aussieht, wenn man die Hardware nicht hat, um das Original zu duplizieren. Die mechanische Strenge und der archaische Charme sprechen allerdings genau denen an, die damals tatsächlich vor dem grünen Bildschirm saßen und jedes Muster auswendig konnten.