Der Sound des Motors — das war es, was Test Drive II damals unterschied. Nicht das grafische Geklingel auf dem Bildschirm, sondern dieses tiefe Brummen der Turbomotoren aus dem PC-Lautsprecher, wenn man mit 300 km/h über die asphaltierte Straße fegte und merkte, dass man gleich einen Baum trifft.

Test Drive II war 1990 das, was der Name versprach: eine Sammlung. Dreißig Autos, von Ferrari bis Lamborghini, jedes mit eigenem Motorenklang und eigenem Fahrverhalten. Es war keine Simulation im heutigen Sinne — kein Formel-1-Gedöns mit Reifendruck und Spritverbrauch — sondern Arcade, die nach Echtheit schnupperte. Die Modi waren überschaubar: Rennstrecken fahren, auf Landstraßen zu Zielpunkten, oder einfach durch die Wüste brettern, bis du crashst.
Die Steuerung war direkt, wenn auch holprig. Die Kamera folgte von hinten, die Straße scrollte in einer pseudodrehdimensionalen Grafik heran, die selbst für damalige Verhältnisse schon etwas bizarr aussah. Das Auto reagierte auf Eingaben sofort, was gut war, aber auch bedeutete, dass du dich schnell einen Baum herunterholtest. Drifts gab es nicht wirklich — nur Gas oder Bremsе, und der Wagen rutschte halt irgendwohin. Das war kein Bug, das war das Spiel.
Warum man sich erinnert? Weil es das war, womit man Besitzer impfte. Eine Garage an Automarken, Abwechslung zwischen Strecken, und dieser Motor-Sound — damals war das nicht Standard. Graphisch hielt es keine fünf Jahre, und schon 1995 sahen andere Rennspiele besser aus. Test Drive II wurde schnell überholt.
Heute ist es Nostalgieware für die, die das Spiel real erlebt haben. Im Browser funktioniert es, die Steuerung ist auch nach dreißig Jahren verständlich, und ja — dieser Sound sitzt immer noch. Wer es nicht kennt, findet hier einen halbstündigen Spaß, nicht mehr. Wer es spielte, während Bill Clinton gerade ins Oval Office einzog, dem wird warm ums Herz — oder zumindest müde.