Ameisen in den '90ern waren hit or miss. Manchmal waren sie ein voller Erfolg, manchmal ein Flop. Ant Man aus dem Jahr 1995 fällt eher in die letztere Kategorie, obwohl es Momente gibt, in denen seine Existenz gerechtfertigt ist.

Es ist ein klassischer Platformer, bei dem du dich als winziges Geschöpf durch das Terrain navigierst — formal oder wörtlich eine Ameise, Details, Details. Das Ziel ist so einfach wie ein Regenbogen: Dinge sammeln, über Hindernisse springen, Feinde vermeiden, das Ende des Levels erreichen. Visuell nichts Besonderes — einfache Sprites, vergrößerte Pixel, Terrain, das manchmal wie eine Rohfassung aussieht. Aber so war es damals, und an manchen Stellen funktioniert es gut genug.
Die Steuerung ist unkompliziert, wie es sein sollte. Sprünge sind fedrig, die Bewegung ist reaktionsschnell, mit Feinden umzugehen ist simpel. Aber da fängt das Problem an — das Spiel langweilt dich eher, als dass es dich unter Druck setzt. Level sind ohne scharfsinnige Logik gestaltet, als hätte jemand sie in einem Notizbuch skizziert, ohne viel darüber nachzudenken, wie man sie auch nur mäßig interessant macht. Manchmal taucht ein Element auf, das dich zum Nachdenken bringt, aber dann wirst du durch einen Tunnel geschleift, sammelst Tickets oder was auch immer, und machst weiter. Das Spiel übt keinen Druck auf dich aus, unterhält dich aber auch nicht.

Der Sound ist dünn, als würde er aus einem billigen Zubehörteil stammen — Piepser, Klicks, nichts, das dir im Kopf bleibt. Die Musik, wenn man das so nennen kann, ist eher ein Hintergrundgeräusch. Die Grafik bleibt ihrer Schlichtheit ohne Anspruch treu, aber genau diese Schlichtheit macht es manchmal schmerzhaft langweilig anzuschauen.

Du kannst Ant Man heute spielen, wenn du 45 Minuten Zeit hast und nichts Fordernderes im Sinn. Es läuft problemlos im Browser, die Steuerung lernst du in einer Sekunde. Es ist kein katastrophales Versagen, aber es ist auch kein Spiel, das du ein Jahr später noch im Gedächtnis hast. Was du davon mitnimmst, ist das Verständnis dafür, wie ein Platformer existieren kann, ohne sich Mühe zu geben, verfeinert oder unvergesslich zu sein — und das reicht aus, um zu verstehen, warum Spiele wie dieses in den Tausenden und Abertausenden von Titeln der '90er untergegangen sind.