Die Disketten kamen zurück, aber ich blieb. Eine Woche lang saß ich im schwülen Sommer vor diesem Ding und wollte einfach nicht wissen, wie es endet — sondern es erleben. Housemarque, dieses finnische Studio, das später Arcade-Shooter bauen würde, hat 1996 eine Point-and-Click-Adventure gemacht, die aussieht wie aus einem anderem Jahrzehnt und sich anfühlt wie ein Film, den man steuert.

Man spielt einen relativ normalen Menschen, der in einer Sci-Fi-Situation landet, die mit Aliens, mysteriösen Objekten und Rätseln vollgestopft ist. Die Kamera sitzt hinter der Figur, man klickt sich durch Räume, sammelt Gegenstände, kombiniert sie, spricht mit Charakteren. Das ist Point-and-Click wie es sein sollte — nicht zu schwierig, aber man muss nachdenken. Die Geschichte hat Humor, nicht das aggressive Zeug, sondern eher die leicht absurde Sorte, wo absurd bedeutet, dass die ganze Situation eigentlich irrsinnig ist und jeder das weiß.
Grafisch wirkt das heute wie ein schlechter 3D-Film mit vorgerenderten Hintergründen, aber genau das war damals der Standard, und es funktioniert. Die Musik ist unaufdringlich, die Voice-Acting-Qualität schwankt zwischen brauchbar und fragwürdig, aber das war 1996 auch normal. Man klickt nicht frustriert auf Pixel herum wie in manchen Adventures — die Interaktionszonen sind verständlich, die Logik folgt meistens. Die Spieldauer ist handfest ohne sich aufzublähen.

Alien Incident wurde nicht zum Klassiker wie Monkey Island oder Full Throttle, aber genau das macht es interessant. Es ist ein ehrliches, solides Adventure aus einem Studio, das eigentlich woanders zuhause war. Housemarque sollte später Robotron-Klon und Arcade-Zeugs machen — diese Adventure wirkt wie ein Experiment, das ruhig Platz machen durfte.

Wer heute Lust auf ein kurzes, harmloses Abenteuer aus den neunziger Jahren hat, ohne modernistische Rätsel-Wahnsinn, findet hier etwas Entspanntes. Es läuft auch im Browser oder unter DOSBox problemlos. Es ist nicht das beste Adventure aller Zeiten, aber es ist echt, und es will dir nichts verkaufen. Es will dir nur eine Geschichte erzählen.