Jemand machte 2019 ein DOS-Spiel. Nicht als Scherz, nicht als Jam-Beitrag mit Augenzwinkern – als ein tatsächliches, ernsthaftes DOS-Spiel, in die Welt entlassen, während die Leute über 4K-Monitore und Raytracing stritten. Das allein verdient HEXA einen zweiten Blick.

HEXA ist ein Logikrätsel, das um ein hexagonales Raster gebaut ist. Die sechsseitige Kachel ist der ganze Sinn – sie parkettiert anders als ein Quadrat, zwingt einen, über Nachbarschaft in drei statt zwei Richtungen nachzudenken, und lässt selbst einfache Anordnungen leicht fremdartig wirken, bis das Gehirn sich neu verdrahtet. Das Ziel besteht darin, Kacheln auf diesem Raster zu platzieren oder zu entfernen und auf einen Zielzustand hinzuarbeiten, den das Spiel vorgibt. Es ist bescheiden im Umfang und versucht gar nicht erst, das zu verbergen.
Die Mechanik ist klar auf jene Weise, die nur Beschränkungen hervorbringen. Keine Physik, keine nennenswerte Animation, kein Sounddesign, das deine Aufmerksamkeit verlangt. Man bewegt sich mit Tastatureingabe durch das Rätsel, der Cursor blinkt auf einem Bildschirm in CRT-Farbpalette, und die einzige Rückmeldung ist, ob das Getane richtig oder falsch war. Diese Kargheit ist entweder genau das, was man will, oder ein Grund, das Fenster innerhalb von dreißig Sekunden zu schließen. Die hexagonale Logik selbst hält stand – sobald man aufhört, Quadratraster-Denken anzuwenden, und die Form tatsächlich liest, entwickeln die Rätsel eine stille innere Logik, die einen für einen weiteren Versuch zurückzieht.

Was HEXA wahrhaft interessant macht, ist nicht das Spiel, sondern der Kontext. Jemand setzte sich 2019 hin und entschied, das richtige Gefäß für diese Idee sei eine DOS-Programmdatei. Kein Browser-Rätsel, keine mobile App, nicht einmal ein einfaches Windows-Build – ein echtes, richtiges DOS-Binary. Ob das eine Designphilosophie, eine technische Übung oder einfach eine besondere Art von Sturheit ist, bleibt unklar. Es spielt kaum eine Rolle. Das Ergebnis ist ein Spiel, das sich anfühlt, als wäre es aus einer Schublade gezogen worden, die 1995 hätte versiegelt werden sollen, und doch fühlt sich das Rätseldesign nicht veraltet an, weil gute räumliche Logik nicht abläuft. Die rauen Kanten sind real – es gibt keine Bevormundung, kein Tutorial, keinen visuellen Feinschliff – doch diese Kanten waren immer Teil dieser Art von Software.

Heute läuft HEXA problemlos im Browser über DOSBox-basierte Emulatoren, was bedeutet, dass die Einstiegshürde praktisch null ist. Es passt zu jedem, der Befriedigung in einem eng begrenzten Rätsel findet und keinen Produktionswert braucht, um bei der Stange zu bleiben. Man kann es sich als Kreuzworträtsel für Menschen vorstellen, die Formen Wörtern vorziehen. Gib ihm zehn Minuten. Wenn das hexagonale Raster anfängt, Sinn zu ergeben, wirst du ihm wahrscheinlich unbemerkt weitere vierzig schenken.